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Dojo  –  Ort des Weges  –  Raum der Stille

„Führt das Üben des Aikido nicht in den Alltag
und zu den Menschen,
ist die Zeit des Übens eine verschwendete Zeit.“

Eine Stätte der Besinnung, des aufmerksamen, wachsamen Handelns. Im Buddhismus der Raum der Meditation oder anderer geistiger Übungen.

Hier im Dojo suchten die japanischen Samuraikrieger ihren Charakter zu stählen und sich auf ihr Kriegerschicksal vorzubereiten. Später verstand man unter einem Dojo eine Halle, in der die Bushi die Kriegskünste, das Bujutsu, übten.

Noch heute bezeichnet man Orte, in denen die modernen Nachfahren der Kriegskünste wie Judo, Jujutsu, Kendo, Kyudo, Karate und auch das Aikido gelehrt und geübt werden, als Dojo.

Raum der Stille

Mit dem Eintritt in ein Dojo beginnt der Austritt aus dem Alltag. Die Stille des Raumes hilft dabei, den Lärm im Kopf langsam abebben zu lassen. Die kniende Sitzhaltung, die Wahrnehmung des eigenen Atmens, die sich langsam einstellende innere Ruhe, das Gewahrwerden von Entspanntheit sind eine gute Vorbereitung auf die bald beginnenden Übungen.

Dojo und Sporthallen

Wodurch sich ein Dojo so grundlegend von unseren Sporthallen abhebt, ist etwas, was jeder Innenarchitekt seiner Arbeit zugrundelegt. Dojo in OsnabrückNämlich das Farbe, Materialien und Ausstattung einem Raum die vom seinem Kunden gewünschte besondere Atmosphäre gibt. Ein Dojo ist seiner Bestimmung entsprechend schlicht und zweckmäßig ausgestaltet. Die Atmospäre ist von einer spürbaren Stille geprägt und unterstützt so die Bewußtheit darüber, das hier noch etwas anderes vor sich geht außer rein körperlicher Aktivitäten.

Kennzeichnend hierfür ist nicht nur die tiefe Ernsthaftigkeit des Übens auf der körperlich-geistigen Ebene, sondern auch das Bemühen um die Erkenntnis damit in Zusammenhang stehender Grundwerte. Ebenso das Bewußtwerden von Verantwortlichkeit im Verhältnis zu den wachsenden Fähigkeiten.

Im Gegensatz hierzu sind Sporthallen dadurch gekennzeichnet, dass sie einer Vielzahl von verschiedenen Sportarten eine Übungsmöglichkeit geben müssen. Die entsprechende Ausgestaltung hat dann zwangsläufig doch eher den Charme eines Krankenhausflurs. Hinzu kommt eine zeitlich begrenzte Nutzungsdauer, die auch dem meist nachfolgenden Aikidotraining noch den Hauch einer Basketballatmosphäre in die meditative Eingangsübung herüberwehen läßt.

Innehalten

Ein Dojo wird beim Betreten und Verlassen gegrüßt wie eine menschliche Persönlichkeit. Ein Moment des Innehaltens.

Gelegenheit, ein Gespür von Dankbarkeit zuzulassen, auch den Menschen gegenüber, die diese Räumlichkeit geschaffen haben und verfügbar halten.

Verbunden auch mit dem Gefühl des Angekommenseins, dem Loslassen der Alltagshektik.

Reinheit

Dem traditionellen Verständnis der Reinheit unterworfen ist sowohl die Reinlichkeit der Übenden selbst, die Sauberkeit ihrer Übungskleidung ebenso wie die Reinigung des Dojos vor und nach den Übungsstunden.

Somit ist es selbstverständlich, daß die Übungsmatte mit nackten Füssen betreten wird und der Weg von und zu den Umkleideräumen nur mit Zori genannten Reisstroh- oder anderen Slippern begangen wird. Diese werden dann rückwärtsgehend am Mattenrand von den Füssen gestreift, damit auf keinen Fall Straßenschmutz die Matte und damit das Dojo verunreinigt.

Die äußeren Kennzeichen eines Dojo wie Sauberkeit, Einfachheit und Schlichtheit unterstützen die Übendenden in ihren Bestrebungen nach Wachstum ihrer persönlichen Potentiale. Wandbemalungen, Veranstaltungsplakate oder gar Trophäen errungener Meisterschaften tragen nichts dazu bei und sind daher einem Dojo wesensfremd.

Ehrfurcht, Dankbarkeit, Respekt  –  neue (alte) Werte?

Die dem Eingang gegenüberliegende Kamiza (Sitz der Götter) kann ausgestaltet werden mit einer Kalligraphie, einem Blumenschmuck, dem Bild des Begründers oder Bildern der Begründer der hier geübten Budoart(en).

respekt demutVor diesen verneigen wir uns vor und nach dem Unterricht in Anerkennung und Dankbarkeit für die Kunst, die sie uns hinterlassen haben, und aus Respekt vor ihren Leistungen.

Wir verneigen uns vor unseren Meistern auch in dem Bewußtsein, daß unsere individuellen Lebensumstände, die persönliche Art und Weise, wie wir hier und jetzt leben, auf dem beruhen, was die Vor-Uns-Gelebten geleistet, gelitten und uns hinterlassen haben. Genauso legen auch wir durch unsere Art zu leben die Grundlagen für die nachfolgenden Generationen.

Wir verneigen uns auch vor unseren Partnern, um ihnen dafür zu danken, dass sie uns helfen, unsere Technik zu verfeinern, unseren Geist zu schärfen und unseren Charakter zu entwickeln. Zu unserem Wohle und zum Wohle der Gemeinschaft, in der wir leben.


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