Drei Kanji

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Wie oft habe ich sie schon ausgesprochen?
Hunderte Male? – Tausende Male?
Und doch konnten sie jahrelang bloß Laute bleiben.

Irgendwann begann zwischen ihnen etwas mitzuschwingen.
Nicht in den Ohren.
Im eigenen Leben.

Das erste Kanji

Bestandteil vieler japanischer Worte.
In denen etwas mitschwingt
von kooperativ, von übereinstimmend,
von harmonisch, gut zusammenpassend.

Von Gleichklang und Gemeinsamem,
von Ausgewogenheit.

Verbunden auch mit guter Stimmung,
angenehmer Atmosphäre.

Wohlwollen.

Wird auch mit Liebe verbunden.
Nur phonetisch gleich.

Ganz anderes Kanji.
Ganz andere Bedeutung.

Erfahrbar.
Mystisches Erleben.
Keine Worte.

Das zweite Kanji

Chi, Prana, Pneuma, Orgon, Veriditas.

Andere Sprache, andere Worte
für die gleiche universale, göttliche Kraft,
nicht von dieser manifesten Welt,
sie aber durchdringend,
vollkommen, vollständig.

Sie gibt das Leben,
denn sie ist das Leben selbst.

Erfahrbar ist sie – für den,
der schauen kann und lauschen.

Der Vorhang hebt sich . . .

Ein einziger leiser Gedanke –
der Vorhang fällt.

Erneute Suche – vergeblich . . . ?

Drückt sich auch aus
in der Kraft eines Kindes,
das seinen Finger
auf ein Objekt
seiner Aufmerksamkeit richtet.

Und alle in seiner Umgebung
richten ihre Augen ebenfalls dorthin.

Aber zuerst –
optimale Organisation des eigenen Körpers.
Viel Zeit.

Dann –
Bewusstheit des eigenen Leibes.

Leichtigkeit, Geschehenlassen.

Das dritte Kanji

Ein Gedanke von Weg.

Wege gibt es viele.

Feldwege, Waldwege,
Umwege, Auswege, Irrwege,
Pilgerwege, Heilswege, Glaubenswege;
Wege des Budo, des Mönches und viele andere.

Einen Weg gegangen zu sein,
weist nicht nur auf eine Strecke zwischen zwei Orten.

Sondern auch auf einen Weg,
der körperlich und geistig
gegangen und erfahren werden will.

Aber es ist noch mehr.

Es ist der Wille, unbeirrbar und unbeirrt
die Suche aufzunehmen,
Widerstände anzunehmen und zu überwinden,
sich am Fortschritt zu erfreuen,
ihn zu akzeptieren,
andere daran teilhaben lassen.

Und manchmal zeigt sich erst später,
dass auch ein Rückschritt ein Fortschritt war.

Und es gibt wechselhafte Zeiten,
der Anstrengung, der Freude, des Zweifelns.

Doch beim Weitergehen
weite Sicht über Klüfte, Wiesen, Täler
und hoch aufragende Gipfel
im Licht der Morgen- oder Abendsonne.

Unterwegs sein bedeutet auch,
Weggefährten zu haben.
Manche kann man sich aussuchen, andere nicht.

Es können einem aber auch wunderbare Menschen begegnen.
Solche, die die Schönheit des Weges widerspiegeln.

Irgendwann –
bekannte Umgebung, Erinnerungen,
vertraute Wege.

Ein neuer Weggefährte – ?

Aber – das bin ja   . . .   ich.

Anmerkung der Redaktion

Welche Bedeutung bekommen die drei Kanji in der Zusammensetzung zu einem Begriff?
Der Beitrag „Was ist Aikido? – Und was passiert dort eigentlich?“ gibt eine interessante Antwort.
Wer den sprachlichen und historischen Hintergründen der drei Kanji noch etwas weiter nachgehen möchte, findet hier weiterführende Erläuterungen u.a. über Aiki, der inneren Kraft, eine etwas „holprige“ Namensfindung, unbekanntes Historisches und Quellen, die sich als ein Füllhorn interessanter Informationen herausstellten..

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